Tag der Feuerwehr 2011

Jeweils am ersten Sonntag im September öffnet die Feuerwehr Speyer ihre Pforten für das breite Publikum und ermöglicht einen näheren Einblick in ihre Arbeit und ihre Ausstattung. Die diesjährige Veranstaltung am Sonntag, dem4. September 2011 stand unter dem Motto: Feuerwehr – mehr als nur Löschen!

 

Ab 10 Uhr war die Hauptfeuerwache in der Industriestraße für die Bevölkerung geöffnet, die schon früh regen Gebrauch von den verschiedenen Angeboten machte. Über den Tag verteilt fanden schätzungsweise 5.000 bis 6.000 Besucher den Weg zu ihrer Feuerwehr, darunter auffallend viele Kinder und Jugendliche in allen Altersstufen. Die Feuerwehr ist immer noch ein besonderer Anziehungspunkt für Jung und Alt.

 

Um 10.30 wurde der Tag der Feuerwehr mit einem Appell offiziell eröffnet, die 4 Züge des Aktiven Dienstes, die Jugendfeuerwehr und die Angehörigen des Passiven Dienstes traten im Hof der Feuerwache an.

 

Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hopp ließ in seiner Ansprache das Geschehen des Jahres kurz Revue passieren und wies besonders auf die zunehmende Diskrepanz zwischen Anspruchsdenken und Engagement hin. Einerseits erwartet der Bürger von der Feuerwehr rund um die Uhr Hilfe in kürzester Zeit, auch bei Dingen, die eigentlich nicht Aufgabe der Feuerwehr sind, andererseits sind immer weniger Personen bereit, sich für ihre Mitbürger in der Hilfsorganisation Freiwillige Feuerwehr ehrenamtlich zu engagieren.   

 

Auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger hob in seiner Rede die Bedeutung des ehrenamtlichen Dienstes der Feuerwehrleute für die Sicherheit der Stadt und ihrer Bürger besonders hervor. Bei der Ausrüstung der Wehr konnte er auf mehrere Verbesserungen verweisen: das dringend benötigte Mehrzeckfahrzeug MZF 3, eine Ersatzbeschaffung für ein bereits ausgefallenes Fahrzeug, wird noch im Oktober diesen Jahres ausgeliefert werden. Für eine weitere Ersatzbeschaffung, einen Gerätewagen Messtechnik (GW-Mess) an Stelle eines MeF-G (Baujahr 1988), ist die Ausschreibung erfolgt. Zudem hat der Bund im Rahmen seines Katastrophenschutzes der Stadt ein Löschgruppenfahrzeug LF 20 KatS kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Zum Abschluss des Appells bestellte der Oberbürgermeister Herrn Wolfgang Schmitt zum neuen Leiter der Facheinheit Fernmeldedienst, verbunden mit der Beförderung zum Oberbrandmeister, Sigurd Mack zu seinem Stellvertreter (Brandmeister) und Thorsten Heins zum Gruppenführer der Gruppe 4 (ebenfalls Brandmeister).

 

Beim anschließenden Rundgang durch die Fahrzeug- und Geräteausstellung zusammen mit Vertretern des Stadtrates und der Presse erläuterte SFI Hopp die umfangreiche  Sonderausstattung der Wehr. In der diesjährigen Geräteschau stellten sich einige Facheinheiten besonders vor:

 

  • die Technische Hilfe mit dem Abrollbehälter Rüsteinsatz (AB-Rüst),
  • der ABC-Schutz mit dem Gerätewagen Atemschutz / Strahlenschutz (GW-AS) und dem ABC-Erkundungskraftwagen (ABC-ErkKW),
  • der Wasserschutz mit dem Abrollbehälter Mehrzweckboot (AB-MZB), dem Abrollbehälter Kleinboote (AB-Boot) des Landes für Hochwasserlagen und mit  Gerätschaften zur Eisrettung,
  • der Fernmeldedienst mit dem Einsatzleitwagen (ELW 2) und dem Fernsprechkraftwagen (FeKW).

 

Darüber hinaus stand der 1. Löschzug – Messtruppfahrzeug Gefahrstoffe (MeF-G), Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20/16), Drehleiter mit Korb (DLK 23/12), Tanklöschfahrzeug (TLF 24/50) – zum Abmarsch bereit, ergänzt durch das Kleineinsatzfahrzeug (KEF).

 

Für Kinder und Jugendliche gab es einige besondere Angebote, die großen Anklang fanden. Die Jugendfeuerwehr informierte mit Schautafeln über ihre Arbeit und betrieb dabei natürlich auch Nachwuchswerbung. Der Verkauf von kleinen Andenken sowie von Waffeln und Eis kam direkt der Jugendfeuerwehr zugute. Die kleineren Kinder konnten sich das Gesicht phantasievoll schminken lassen. Hauptanziehungspunkt waren jedoch wie in jedem Jahr die Kinderfahrten mit zwei Löschgruppenfahrzeugen, oft bildeten sich lange Schlangen an der Abfahrtsstelle. 

 

Auf großes Interesse stießen auch die Schauvorführungen, die ab 14 Uhr auf dem Hof der Feuerwache gezeigt wurden. Traditionell eröffnete die Historische Gruppe mit einem Löscheinsatz anno dazumal und bewies, dass auch mit einer Abprotzspritze aus dem Jahr 1860 noch ein Feuer gelöscht werden kann. Danach demonstrierten die älteren Mitglieder der Jugendfeuerwehr ihren Ausbildungsstand, auch sie löschten ein brennendes Holzhäuschen. Ein Löschzug der aktiven Wehr stellte schließlich in einzelnen Schritten das Vorgehen bei einem Verkehrsunfall zwischen einem Wohnwagengespann und einem weiteren PKW anschaulich dar.     

 

Natürlich war auch für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt. Wie immer fand der frisch im Feldkochherd zubereitete Eintopf, in diesem Jahr mit Linsen, großen Zuspruch. Neu im Angebot war gegrillter Rollbraten, auch dieser fand reißenden Absatz. Ob Weißwurstfrühstück mit Brezel, Flammkuchen oder Currywurst, für jeden Geschmack war etwas dabei. Restlos ausverkauft war auch das umfangreiche Kuchenbuffet.

 

Gegen 18 Uhr fand ein erfolgreicher, aber für die Mannschaft auch sehr anstrengender Tag der Feuerwehr mit dem gemeinsamen Abbau sein Ende.